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Turnierberichte - Open

 

2018

 

09.05.2018-
13.05.2018
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Bamberg OpenBamberg

 

Seubelsdorf auf den Schirm der Schachwelt gebracht:
zwölfter Platz und elfter Preis für Jürgen Gegenfurtner beim 1. Bamberger Open

Wer ist Jürgen Gegenfurtner? Und wo liegt eigentlich Seubelsdorf? Diese Fragen stellten sich vor kurzem auf dem „1. Bamberg-Open“, veranstaltet vom  SC 1868 Bamberg anlässlich seines 150jährigen Bestehens. Diese hochkarätige Schachveranstaltung fand vom 9. bis zum 13. Mai im Bamberger Bistumshaus St. Otto statt.

 

Quelle: Klaus Steffan (Bamberg-Open)

Am A-Turnier für Spieler mit einer Deutschen Wertungszahl (DWZ) ab 1800 nahm, neben 125 anderen Teilnehmern unter anderem aus Bulgarien, Indien und Russland, auch der neue Superstar der deutschen Schachszene teil: Vincent Keymer von den Schachfreunden Deizisau, mit 13 Jahren dank großer Turniererfolge jüngster deutscher Internationaler Meister aller Zeiten.

Auch aus Oberfranken spielten bei diesem internationalen Ereignis, über das im Internet live berichtet wurde, etliche Schachfreunde mit; einer von ihnen konnte sogar als einziger Spieler ohne Titel des Schachverbands Fide in die vorderen Ränge gelangen: Jürgen Gegenfurtner (DWZ 2289). Damit brachte er sich und seinen Heimatverein, den Schachverein Seubelsdorf, deutlich auf den Schirm der Schachwelt.

Die erste Runde begann für Gegenfurtner optimal: Als Schwarzer ließ er bei Stefan Lenhardt (DWZ 2012) vom gastgebenden Verein keinerlei Initiative aufkommen, sicherte sich vielmehr selbst Raum im Zentrum und am Königsflügel und gewann schließlich durch ein gewitztes Abzugsmanöver entscheidendes Material.

In der zweiten Runde ergatterte Gegenfurtner mit Weiß gegen Rainer Roehl (DWZ 2080) von den Schachfreunden Schwerin frühzeitig das Läuferpaar und besetzte strategisch wichtige Punkte. Zwar ließ Gegenfurtner eine taktische K.O.-Chance aus, drückte und spießte aber geduldig weiter, bis er seinem Opponenten die Lust am Weiterspielen genommen hatte.

Mit „zwei aus zwei“ traf Gegenfurtner nach dem hier angewandten Schweizer System auf einen gleich eifrigen Punktesammler, den jungen Großmeister Leon Mons (DWZ 2551) vom Münchner MSA Zugzwang. Gegenfurtner ging diese Herausforderung mit Weiß zunächst furchtlos an, indem er klassisch das Zentrum mit Bauern und Figuren einnahm. Dadurch erreichte er sogar eine leicht vorteilhafte Stellung. Einige wenige allzu defensive Züge reichten allerdings, um die Zentralbastion einstürzen zu lassen, was auch seine restliche Stellung in den Abgrund riss.

Wahre Stärke zeigt sich im Schach gerade beim Umgang mit solchen Niederlagen, und die Losung heißt: nur nicht in eine Verlustserie geraten. Dabei hatte es Gegenfurtner in der vierten Runde gleich wieder, und noch dazu die schwarzen Steine führend, mit einem aufstrebenden Talent zu tun, dem Jugendlichen Kevin Tong (DWZ 2158) vom SC Erlangen 48/88. In einer Modevariante ließ sich Gegenfurtner zwar ein gefährlich mobiles Bauernduo vor die Nase setzen; doch war es diesmal sein Gegenüber, das nicht rechtzeitig das Heft des Handelns ergriff, so dass sich der Seubelsdorfer im Endspiel das Unentschieden retten konnte.
Die fünfte Runde bescherte Gegenfurtner eine der nach wie vor eher seltenen Teilnehmerinnen an solchen Turnieren: die Fide-Meisterin Doreen Troyke (DWZ 2074) vom Erfurter Schachklub. Mit aktivem Figurenspiel nahm Gegenfurtner sie in die Zange und scheuchte die Dame der Dame hin und her, bis er einen Beraubungssieg erzielen konnte.

In der vorletzten Runde saß Gegenfurtner mit Schwarz einem anderen Lokalmatadoren gegenüber, Bernd Hümmer (DWZ 2141) vom SC 1868 Bamberg. Nach Scharmützeln in der Brettmitte und am Damenflügel behielten beide Seiten Schwerfiguren; dafür kämpfte Gegenfurtner mit einem Läufer gegen einen Springer. Gegenfurtner konnte die Stellung offen halten, was den Läufer begünstigte, und stellte mit einer kleinen Kombination seinen Gegner zuletzt vor die tödliche Wahl, einen Turm oder den Springer zu verlieren oder aber mattgesetzt zu werden.

Die siebte und letzte Runde bestritt Gegenfurtner mit Weiß gegen Vitaly Promyshlanskiy (DWZ 2288), einen ukrainischen Fide-Meister in den Diensten des SC Noris-Tarrasch Nürnberg. Gegenfurtner baute eine „Sprungfeder-Stellung“ auf, in der sich seine Kräfte auf engem Raum konzentrierten, damit sie sich dann umso energischer entfalten konnten. Dies verlief zunächst auch plangemäß. Jedoch verpasste Gegenfurtner einen günstigen Durchbruch, gegen den sich Promyshlanskiy sogleich absicherte, woraufhin die Partie in einen Grabenkrieg mündete und nach Abtauschaktionen mit einem Remis endete.

Damit kam Gegenfurtner im Endeffekt auf fünf Punkte aus sieben Partien, was ihm den elften Platz bescherte – punktgleich unter anderem mit dem Neuntplatzierten, dem für einen Aachener Verein spielenden deutschen Großmeister Alexander Donchenko (DWZ 2587).

Das Turnier gewann mit 6 Punkten ein Großmeister aus Deutschland, Vitaly Kunin (DWZ 2545) vom Freibauer Mörlenbach-Birkenau. Zweiter wurde mit 5,5 Punkten Gegenfurtners Bezwinger Mons, nur dank Feinwertung knapp vor dem Drittplatzierten Keymer.

Als weiterer Seubelsdorfer Spieler in diesem Turnier kam Christian Gebhardt (DWZ 1899) mit 2,5 Punkten auf den 109. Platz; nachdem er zunächst ganz vorne mitgespielt hatte, lief anschließend nicht mehr viel für ihn zusammen.

Das B-Turnier für Spieler bis DWZ 1900, an dem 80 Schachfreunde teilnahmen, gewann Silas Backhaus vom SK Sölden mit sechs Punkten aus sieben Runden.

Mit nur einem Punkt Abstand wurde der Seubelsdorfer Jugendliche Tobias Kolb Sechster. Aus dem gleichen Verein kam Daniel Wiemann mit vier Punkten auf den 23. Platz und erreichte Vanessa Wiemann mit zwei Punkten Platz 75.

Bericht: Prof. Dr. Uwe Voigt

 


 

Fünf Seubelsdorfer am Start - drei Preisgewinner!

 

Bei der Premiere des Bamberg-Opens nahmen von uns drei Jugendliche und zwei Erwachsene teil.

Im A-Open nahmen Jürgen Gegenfurtner und Christian Gebhardt teil, im B-Open gingen Tobias Kolb sowie Daniel und Vanessa Wiemann an den Start.

 

 

 

A-Open:

Jürgen Gegenfurtner verbesserte seinen Startrang um drei Plätze auf Rang 12 und durfte mit 5 Punkten ein Preisgeld in Empfang nehmen.

Auch Christian Gebhardt konnte seine Startposition deutlich verbessern und landete am Ende auf Rang 104 von insgesamt 125 Teilnehmern.

 

B-Open:

Sowohl Tobias Kolb als auch Daniel Wiemann spielten ein starkes Turnier und konnten ihre Startplätze (sicherlich auch bedingt durch die etwas verwirrende Startaufstellung nach ELO-Vorrang...) stark verbessern!

Lohn ihres Einsatzes waren stattliche Preisgelder in der Sonderpreiswertung "Beste Teilnehmer U18", in der Tobias den ersten und Daniel den zweiten Platz belegten.

Tobias platzierte sich im Gesamtfeld auf Rang 6 und Daniel auf Rang 23.

Für Vanessa war der doch relativ große Unterschied in der Spielstärke ihrer Gegner etwas zu groß und musste sich deshalb mit 2 Punkten zufrieden geben.

 

Leider wurde im B-Open keine ELO-Auswertung durchgeführt, sodass man auch weiterhin viele Kilometer in benachbarte Bezirke oder Länder auf sich nehmen muss, um in den "Genuss" einer FIDE-ELO-Auswertung zu kommen. Sehr schade!

 

Alles Weitere ist hier auf der Homepage des Veranstalters zu finden.

 

Klaus Wiemann  | klaus@wiemann-ke.de