Schachverein Seubelsdorf
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Vereinschronik - Details

 

 

Erstellt am 01.05.2017 von Kilian Mager (3. Vorsitzender)

Herzlichen Dank!

 

Die Version steht hier zum Download zur Verfügung.

 

Chronik SV Seubelsdorf

Die Wurzeln des Seubelsdorfer Schachvereins reichen bis 1929 zurück; also ausgerechnet bis in das Jahr, welches unweigerlich mit dem Schwarzen Freitag und der Weltwirtschaftskrise assoziiert wird. Dennoch fanden sich am zweiten September dieses Jahres 15 Personen in der Gemeinde Seubelsdorf (1978 in die Stadt Lichtenfels eingegliedert) zusammen und konstituierten den Schachverein Seubelsdorf (SVS) im Nebenzimmer der Gastwirtschaft Scherer. Den Posten des Ersten Vorsit-zenden übernahm Hans Schmuck, als zweiter Vorsitzender und Schriftführer wurde Max Prell gewählt. Trotz der schwierigen Zeitumstände wuchs der Verein rasch auf 26 Mitglieder an, sodass man bereits 1930 in die größere Gastwirtschaft Klemens umzog. Die positiven Entwicklungen der ersten Jahre sind wohl vor allem dem Idealismus der damaligen Mitglieder zu verdanken. Bis 1933 konnte der Schachverein, trotz eines Monatsbeitrages von nur 25 Pfennig und der Tatsache, dass 1933 ungefähr 2/3 der Mitglieder arbeitslos waren, bereits 12 Schachspiele sein Eigen nennen!

In schachlicher Hinsicht wurde der junge Verein vor allem vom SK Michelau um Spitzenspieler Hans Burkhardt durch Rat und Tat (Vorträge etc.) unterstützt. Die daraus entstandene Freundschaft zwischen diesen beiden Vereinen hält bis heute an. Bereits im Gründungsjahr führte der SV Seubelsdorf sein erstes Vereinsturnier (Winterturnier) durch. Ansonsten wurde das Vereinsleben durch gesellige Veranstaltungen und Freundschaftsspiele gegen andere Vereine nämlich Oberlangenstadt, Altenkunstadt, Ebersdorf, Schney, Stockheim und insbesondere Michelau ausgefüllt. Die Bilanz gestaltete sich hierbei ausgeglichen. Lediglich gegen Michelau gelang erst 1937 der erste Sieg. In der Vereinsführung gab es in den 30ern mehrere Wechsel: 1932 übernahm Max Prell den Vorsitz, von 1933 bis 1935 leitete Georg Luther den Verein und von 1935 bis 38 stand Hans Schmuck erneut dem Verein vor. Bedingt durch den zweiten Weltkrieg kam der Spielbetrieb 1939 komplett zum Erliegen.

1947 konnte trotz elf im Krieg gefallener Mitglieder, strenger Auflagen der amerikanischen Militärregierung und der allgemeinen wirtschaftlichen Not der Vereinsbetrieb unter dem Vorsitz von Johann Müller wiederaufgenommen werden. Beispielhaft für die wie schon im Gründungsjahr schwierigen Umstände steht das Vereinsturnier von 1947/48. Hier bestand der Preis aus einem Laib Brot, der nach Beendigung an die 24 Mitglieder verteilt wurde! 1948 übernahm Max Prell die Leitung des Vereines, welche er bis 1983 (!) innehaben sollte. Die Mitgliederzahl wuchs rasch von 35 auf 63 (1954). Waren vor dem Weltkrieg vor allem Vergleichswettkämpfe mit anderen Vereinen im Zentrum des Vereinslebens, lag in der Nachkriegszeit nach einer bereits 1936 erfolgten Simultanvorstellung des Wiener Meisters Hänisch der Fokus auf weiteren hochkarätigen Simultanveranstaltungen. Hierfür konnte etwa GM Efim Bogoljubow gewonnen werden, der am 26.04.1949 an 31 Brettern Simultan spielte (29, Siege, 1 Remis, 1 Niederlage). Noch im selben Jahr war am 19.11.1949 der damalige deutsche Jugendschachmeister Lothar Schmid zu einem Simultan an 21 Brettern zu Gast (20 Siege, 1 Remis).

Im Jahr 1950 nahm der SV Seubelsdorf erstmals an einem Mannschaftsturnier, nämlich der Schach-meisterschaft der Gruppe Coburg Süd teil. Hier belegte man mit 2 Siegen und 3 Niederlagen Rang 5 (von 6). Für die Simultanvorstellung an 28 Brettern am 27.11.1952 konnte der mehrfache deutsche Meister IM Georg Kieninger nach Seubelsdorf geholt werden. (26 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage). Am 22.05.1954 erschien Lothar Schmid, mittlerweile IM, erneut für ein Simultan an 20 Brettern in Seubelsdorf (18 Siege und 2 Niederlagen). Anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums wurde für den folgenden Tag, dem 5.09.1954, der Bayerische Meister Eduard Hahn aus Bayreuth zu einem Simultan an 30 Brettern eingeladen (22 Siege, 7 Remis, 1 Niederlage). Ergänzt wurde das Vereinsleben durch gesellige Veranstaltungen, Ausflüge und Wanderungen. 1958 konnte den Schachfreunden von Nah und Fern abermals ein schachliches Highlight geboten werden: Am 24.10.58 gastierten, von der Schacholympiade in München kommend, Paul Keres in Begleitung von Lothar Schmid in Seubelsdorf. Nachdem letzterer von der Schacholympiade berichtet hatte, trat Paul Keres zu einem Simultanspiel an 40 Brettern an (31 Siege, 6 Remis, 3 Niederlagen).

In den 1960ern wurden zwei wegweisende Entscheidungen getroffen, die den Verein bis heute prägen: Zum einen wurde 1962, um einer Überalterung vorzubeugen, eine eigene Jugendabteilung gegründet. Zum anderen erfolgte 1964 der Beitritt zum BSB, der dem SV Seubelsdorf die Teilnahme am Ligaalltag und Meisterschaften ermöglichte. Am 20.03. 1965 bestritt der Verein sein erstes Spiel in der untersten Kreisklasse, damals als Bezirksklasse III bezeichnet, gegen Michelau III und gewann dieses mit 6,5 zu 1,5. Am Saisonende stand die Meisterschaft und der Aufstieg in die Bezirksklasse II zu Buche. Von hier gelang über die Bezirksklasse I der Durchmarsch in die Ofr. Verbandsklasse II, heute als Bezirksliga Oberfranken West bezeichnet. Im Jahr 1967 wechselte man nach Schließung der Gastwirtschaft Klemens in das Café Puppenstube (Pokorny). Zudem erfolgte im selben Jahr die Gründung der zweiten Mannschaft. In den folgenden Jahren etablierte sich die erste Mannschaft in der Bezirksliga West (lediglich unterbrochen durch den Abstieg 1970, der 1974 korrigiert werden konnte). Anlässlich des vierzigjährigen Vereinsjubiläums war Lothar Schmid am 07.09.69 erneut zu einem Simultanspiel in Seubelsdorf zu Besuch. Ein weiterer Simultanwettkampf konnte 1976 mit GM Ludek Pachmann auf die Beine gestellt werden. Am 07.03.76 spielte dieser an 39 Brettern gegen Vereinsspieler und Gäste (26 Siege, 9 Remis, 4 Niederlagen).

Am 29.11.81 erschien Lothar Schmid zu seinem vierten und letzten Simultanspiel in Seubelsdorf und stellte sich 40 Kontrahenten (32 Siege, 7 Remis, 1 Niederlage). Die 80er Jahre sollten sich für den Schachverein als besonders erfolgreich erweisen. 1983 gab Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Max Prell nach 37 Jahren Engagement als erster Vorstand sein Amt ab. Neu gewählt als erster Vorsitzender wurde Hans Richter, der sich bereits vorher durch eine sehr gute Jugendarbeit (einige der Jugendlichen von damals sind noch heute aktive Spieler des SVS) große Verdienste erworben hatte. Ebenfalls 1983 erreichte die erste Mannschaft durch ihre Vizemeisterschaft den Aufstieg in die Bezirksoberliga und konnte sich dort etablieren. Im Folgejahr gelang der zweiten Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga Ofr. West, wo sie sich jedoch nur für wenige Spielzeiten halten konnte. Die schachlich erfolgreichsten Jahre waren 1987/88 und 1988/89, in denen zweimal der dritte Platz erzielt werden konnte. Neben diesen sportlichen Höhepunkten wurden auch neue gesellige Veranstaltungen ins Leben gerufen. Bereits 1987 wurde erstmals ein mehrtägiger Ausflug nach Prag inklusive Freundschaftsspiel mit einem Prager Schachverein unternommen. Im Jahre 1992 trug der SVS an zwei Tagen ein Freundschaftsspiel gegen Lokomotiva Karlsbad aus. Der mehrtägige Ausflug nach Prag wurde in den Jahren 1994, 1996, 2003 und 2016 noch viermal wie-derholt, wobei man bei diesen späteren Reisen in einer bei Prag gelegenen Mühle eines tschechischen Schachfreundes logierte. Dahingegen gerieten Simultanveranstaltungen in den Hintergrund.

Am 07.09.1991 fand das bisher letzte Simultan mit IM Enno Heycken an 20 Brettern statt. Anfang der Neunziger musste zudem nach Schließung des Café Puppenstube das Lokal gewechselt werden. Der Verein zog in den „Preußischen Hof“ um. 1993/94 rutschte die erste Mannschaft wieder in die Bezirksliga Ofr. West, konnte jedoch 1996/97 erneut aufsteigen und hielt sich bis 2001/02 in der Bezirksoberliga. Im ersten Drittel der 2000er war der Verein zu mehrfachen Umzügen genötigt. Vom Preußischen Hof ging es für kurze Zeit in das Gemeindezentrum der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“, dann in den „Irish Pub“ und ins „Pizza In“. Erst 2004 konnte mit dem Vereins-lokal des ESV Lichtenfels eine längerfristige Bleibe gefunden werden.

Sportlich gesehen, waren die Spielzeiten der 2000er Jahre durch einen schleichenden Prozess des Niedergangs gekennzeichnet. Durch Umzüge, Alter und Interessensverlagerung fielen sukzessive mehrere starke Spieler aus den Mannschaften heraus. Dies konnte bis 2008/09 noch halbwegs aufgefangen werden, doch spätestens zum Saisonende war klar, dass es so nicht weitergehen konnte und nur mittels einer Spielgemeinschaft das regelmäßige Antreten mit voller Besetzung sicherzustellen sei. Doch der Antrag auf Genehmigung einer Spielgemeinschaft mit Michelau wurde seitens des Bezirksverbandes 2009 zunächst abgelehnt. Zwar wurde versucht, durch die gegenseitige Um-meldung von Spielern die Folgen dieser Entscheidung abzumildern, doch stand am Ende der Saison
2009/10 der Abstieg aus der Bezirksliga Oberfranken West in die Kreisoberliga. Sicherlich ein Tiefpunkt der jüngeren Vereinsgeschichte.

Etwas Hoffnung machte immerhin die vereinseigene Jugend, die, dank des leidenschaftlichen Engagements von Matthias Bergmann (seit 2001), zunehmend Erfolge feierte. Die Saison 2010/11 musste ebenfalls ohne Spielgemeinschaft bestritten werden. Zwar gelang es, durch den Einsatz von Jugendspielern gewisse Lücken zu füllen, doch stellte es weiterhin ein Problem dar, alle Bretter zu besetzen. Nachdem 2011/12 die SG nun endlich genehmigt wurde, war nun eine stabile Grundlage geschaffen worden, auf der in Ruhe die Jugend an die erste Mannschaft herangeführt wurde. Dass es in den folgenden Jahren derart rasant aufwärts gehen würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht abzusehen. Allein eine talentierte Jugend zu haben, ist noch keine Garantie für sportlichen Erfolg, sondern lediglich ein ungewisses Versprechen für die Zukunft. Die Spielgemeinschaft sorgte hingegen sofort für Stabilität.

Den Beginn der bis heute andauernden Erfolgswelle markierte das U12 Team. Dieses kämpfte sich bei der bayerischen U12-Mannschaftsmeisterschaft bis ins Finale vor, ließ Konkurrenz aus großen Städten (Regensburg) und Oberbayern hinter sich und qualifizierte sich als bayerischer U12-Vize-mannschaftsmeisterschaft für die deutsche Endrunde. In dieser wurde vom 26 bis zum 30.12 in Ardendsee der deutsche U12 Vereinsmeister 2011 ermittelt. Naturgemäß konnte der SV Seubelsdorf nicht um den Kampf um die Spitze eingreifen, hielt sich aber dennoch wacker, erzielte einige Achtungserfolge (z.B. ein 2:2 gegen Hannover) und belegte am Ende Rang 16.

Auch für die erste Mannschaft gab es in der Saison 2011/12 Grund zur Freude. Durch ihren zweiten Platz gelang der Wiederaufstieg in die Bezirksliga, wo sie sich in den folgenden beiden Jahren behaupten konnte und mit zunehmender Dauer, dem damit verbundenen Erfahrungsgewinn und starke Neuzugängen immer besser wurde. Im Jahr 2013 gab Hans Richter nach dreißigjähriger Tätigkeit den Vorsitz an Matthias Bergmann ab, der die Geschicke des Vereines seitdem leitet.

Ein weiteres Highlight auf dem Gebiet des Jugendschachs stellte die Ausrichtung der Deutschen U12 Mannschaftsmeisterschaft 2013 auf Schloss Schney dar. Es ist maßgeblich dem Engagement von Klaus Wiemann, dem Vater von Vanessa Wiemann, zu verdanken, dass diese Veranstaltung nach Oberfranken kam und eine derart positive Resonanz in ganz Deutschland erfuhr, die nicht nur Seubelsdorf, sondern auch Oberfranken in ganz Deutschland bekannt machte. Nach sieben Runden, einigen Remisen gegen Großstädte (Leipzig, Karlsruhe) und einem deutlichen Sieg zum Abschluss, platzierte man sich auf Rang 19.

Und auch bei der Ersten Mannschaft ging es weiterhin aufwärts. Die Saison 2014/15 konnte nach einem Herzschlagfinale auf Rang eins beendet werden. Somit gelang nach über 10-jähriger Abstinenz die Rückkehr in die Bezirksoberliga. Im Sommer/Herbst 2015 zog der SV Seubelsdorf, nachdem der ESV nach einem Vorstandswechsel sich für eine anderweitige Nutzung des Schachraums im Obergeschoss entschieden hatte, erneut um und fand im Myconiushaus der evangelischen Gemeinde eine neue Bleibe.

In die Saison 15/16 ging die erste Mannschaft voller Euphorie in die neue Spielzeit, ließ sich von anfänglichen Rückschlägen nicht entmutigen und erreichte zu Saisonende als Aufsteiger (!) mit der Meisterschaft in der Bezirksoberliga die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Doch damit nicht genug. In dieser historischen Saison schien fast alles zu gelingen. Im Ofr. Verbandspokal wurde bei der erstmaligen Teilnahme das Finale erreicht, bei der Ofr. Blitzschachmannschaftsmeisterschaft Rang 3 und bei der Ofr. Schnellschach MM glückte mit Rang 3 die erstmalige Qualifikation einer Seubelsdorfer Erwachsenenmannschaft für ein Turnier auf bayerischer Ebene. Bei der im September ausgetragenen Bayerischen Schnellschach MM (Landesliga Nord) wurde mit Rang sieben sou-verän der Klassenerhalt gemeistert. Aufgrund des positiven Trends der vergangenen Jahre und um einen Aufstieg auf bayerische Ebene zu ermöglichen, wurde die Spielgemeinschaft mit Michelau nach Ende der Ligaspiele 2015/16 einvernehmlich wieder aufgelöst.

Neben diesen mannschaftlichen Erfolgen konnten gerade in der jüngeren Vereinsgeschichte auch mehrere Spieler des SV Seubelsdorf bei Einzelmeisterschaften große Erfolge erzielen.

Zu nennen ist insbesondere die Qualifikation und Teilnahme Vanessa Wiemanns an der U10 Jugendweltmeisterschaft 2015 in Griechenland sowie an der Jugendeuropameisterschaft 2013, 2014 und 2016. Sie ist damit bisher die einzige Spielerin des SV Seubelsdorf, die die Teilnahmeberechtigung zu internationalen Meisterschaften erreichte.
Hinzu kommen noch Starts bei den deutschen Jugendmeisterschaften 2014, 2015.

Tobias Kolb erreichte bisher als einziger männlicher Jugendspieler des SVS die Qualifikation zur deutschen Jugendmeisterschaft. 2016.

Und auch im Jahr 2017 ist dort der SV Seubelsdorf durch die Spielerinnen Vanessa Wiemann und Verena Kolb vertreten. Hinzu kommen noch zahlreiche weitere Erfolge Seubelsdorfer Jugendspieler auf Bezirks- und Kreisebene. Doch auch im Erwachsenenbereich wurden in der jüngsten Vergangenheit von Seubelsdorfer Spielern sehr gute Ergebnisse erzielt. Bei den Ofr. Einzelmeisterschaften 2014 wurde Michal Michalek Vizemeister und vertrat somit erstmals den SV Seubelsdorf bei einer bayerischen Erwachseneneinzelmeisterschaft. 2017 wurde Jürgen Gegenfurtner als erster Seubelsdorfer in souveräner Manier Ofr. Schnellschachmeister. Christian Gebhardt glückte mit Rang zwei bei den offenen bayerischen U25-Meisterschaften 2017 die Qualifikation für die bayerische Erwachsenenmeisterschaft.


Kilian Mager (3. Vorsitzender SV Seubelsdorf)

 

Klaus Wiemann  | klaus@wiemann-ke.de